SAMSAS TRAUM Heiliges Herz (Das Schwert deiner Sonne) (2007)

5

Formed In: 1996
Current Label: Trisol
Genre: Gothic/Avant-garde Black metal (early), Neo-Classical/Darkwave/Gothic Metal (now)
Lyrical theme(s): Love, Depression, Fantastic Stories, Fiction
Official site: http://www.samsas-traum.info

Discographie:
- Die Liebe Gottes - Eine Märchenhafte Black Metal Operette (1999)
- Oh Luna Mein (2000)
- Utopia (2001)
- Tineoidea Oder: "Die Folgen Einer Nacht" (2003)
- Arachnoidea Oder: "Von Babalon, Scheiterhaufen Und Zerstörungswut." (2003)
- a.Ura und das Schnecken.Haus (2004)
- Einer gegen Alle (2005)
- Heiliges Herz - Das Schwert Deiner Sonne (2007)
- Wenn Schwarzer Regen (2007)


Tracklist
01. 5+6=218
02. Das Zeitalter Der Bäume
03. Auf Den Spiralnebeln
04. Durch Springende Lippen
05. Schlaf In Den Flammen
06. Liebeslied
07. Der Tag Stummer Rache
08. Hirte Der Meere
09. Im Auge Des Sturms
10. Heiliges Herz
11. Das Schwert Deiner Sonne

Current Line-Up
Alexander Kaschte - Vocals, Programming
Daniel Schröder - Bass Clarinet, Alto Saxophone
Andrew "Admiral Eastern Beard" Ongley - Guitar
Stevie Lee - Guitar
Adrian Erlandsson - Drums


"What do you think about killing yourself?".
Passender hätte man die Wortwahl des Epilogs für das neue Album von SAMSAS TRAUM mit dem wohlklingenden Arbeitstitel "Heiliges Herz - Das Schwert deiner Sonne" nicht benennen können.
Welch ein Rummel würde für die mir vorliegende klangliche Arbeit getätigt: Alexander Kaschte wird für die einwöchige Autogrammstunden-Tour der CD quer durch ganz Deutschland reisen, den Anwesenden auch gratis Tonträger verklickern, jedoch nur für gezielte 39 Personen.
Wir kennen Herrn Kaschte ja schon eine zeitlang und über sein "Können" hat er auch noch nie so wirklich ein Geheimnis gemacht.
Man lobte diesen Release unter anderem auch als einen "genialen, kompromisslosen Durchschuss".
Damit hatte man nicht ganz unrecht: Ein Schuss quer durchs Trommelfell.
Das Mal nur ganz schnell am Anfang erwähnt.

Ich persönlich war sehr interessiert daran, wie sich die Band nun entwickelt hatte.
Die bis dahin letzte Veröffentlichung aus dem Jahre 2004 "a.Ura und das Schnecken.Haus" konnte mich als Fan aus erster Stunde schon nicht mehr wirklich begeistern und war mehr für die "Pop-Mainstream-Gothic-Jugend" im Allgemeinen zu betrachten.
Deshalb ging ich eher mit gemischten Gefühlen an das neue Album ran.
Noch kurz zu verdeutlichen ist auch, dass die Kapelle bis dato auch ohne Schlagzeuger ihren Reigen spannte.
Nun aber wurde Adrian Erlandsson, seines Zeichens ex-Drummer bei CRADLE OF FEAR, für die neuen Aufnahmen verpflichtet, der nun den verlorenen Geist aus vergangen Tagen wieder zum Erwachen bringen sollte.
Klingt alles sehr interessant und für geraume Zeit stimmte es mich auch recht zuversichtlich.

Doch ich wurde enttäuscht.

Durch das ganze Album zieht sich ein monotones und eingeschränktes Gefühl, das mich nicht mitreißen kann, weder textlich noch musikalisch.
Ich vermisse die Verspieltheit aus damaligen Tagen, die SAMSAS TRAUM zu einem mitreißenden Hörgenuss machten; die starke Weise, sich mit Worten auszudrücken oder auch die passend in Szene gesetzten Instrumente und Gesangseinlagen.
An manchen Stellen der CD spührt man noch die Genialität aus verlorenen Zeiten (Das Zeitalter der Bäume, Hirte der Meere), diese wurde aber leider gänzlich aus dem Konzept von SAMSAS TRAUM gestrichen und verbannt.
Für mich wirkt das gesamte Album einfach nur gefälscht aus dem einen Grund, dass man sich selbst verraten hat.
Das man dem Ganzen auch noch einen Hauch von Black-Metal anzueignen versuchte, um noch mehr "naive" junge Erdenbewohner in den Bann zu bekommen, finde ich mehr als nur übertrieben und fast schon arrogant.
Haltet mich für ungebildet, aber eine Band, die es schon 11 Jahre gibt, die sollte auch nicht jeden Trend folgen und sich schon im Klaren sein, wer sie ist und wer ihre Fans sind.
Deshalb wird man mit den Gedanken in Verbindung gebracht, dass diese Band einfach nur mehr den Drang des plötzlichen Reichtums verfolgt und sich ganz der sinnvollen Ton- und Musikerstellung und den (alten) bandbegeisterten Hörern verneint.
Wer dennoch für SAMSAS TRAUM Interesse zeigt, der sollte sich mit "Die Liebe Gottes" oder auch "Tineoidea" auseinadersetzen und sich an den nahe unverbesserlichen, traumhaften, leider auch zu Asche verfallen Klangwerken erfreuen.

( verfasst für Metalblaze.at )


Zurück